Dürfen Eierschalen auf den Kompost?

Pflanzen in Eierschalen

Echte Gefahr durch Krankheitserreger oder doch Komposter geeignet?

Informiert man sich im Internet oder direkt bei den lokalen Entsorgern in den Landkreisen über die Entsorgung von Eierschalen, wird man auf sehr gegensätzliche Aussagen treffen. Ist in dem einen Landkreis eine Kompostierung von Eierschalen selbst über die Biotonne absolut tabu, ist es im Nachbarkreis schon wieder gar kein Thema und eine Eigenkompostierung wird sogar empfohlen. Der Hauptgrund für das Entsorgen über den Hausmüll ist eine mögliche Gefahr durch Krankheitserreger wie Salmonellen, die über den Umweg des Kompostierens in den Gartenboden gelangen und dort beim Verzehr von rohem Gemüse uns Hobbygärtner schaden könnten. Klingt für mich nach „Zombie Apokalypse im Schrebergarten“.

Sicherlich könnten Salmonellen die ein oder zwei Jahre im Komposter überleben. Doch wenn mit Salmonellen verseuchte Eierschalen im Kompost landen, dann werden die dazugehörigen Eier vermutlich bereits in der Küche oder auf dem Frühstückstisch gelandet sein und man bereits ein oder zwei Jahre vor der Verbreitung über den Gartenboden größer Probleme gehabt haben. Unser Eier-Verbrauch ist überschaubar und bei uns landen Eierschalen im Thermokomposter.

Wer sich unsicher ist, sollte sie besser im Hausmüll oder auf der Schadstoff-Deponie entsorgen.

Woraus bestehen Eierschalen?

Die etwa 0,4 Millimeter dicken Eierschalen bestehen zum überwiegenden Teil aus Kalziumkarbonat (CaCO3), also aus Kalk/ Kalkstein. Damit sind sie kein organisches Naturprodukt, sondern ein Mineral. Somit verrotten sie auch nicht wie Pflanzen und werden durch die Organismen im Kompost auch nicht zersetzt. Eierschalen zerbröseln mit der Zeit und durch den Druck in einem Komposter. Irgendwann sind sie so klein und vom Humus eingefärbt, dass sie nicht mehr als Schalenteile erkannt werden können.

Ist Kalziumkarbonat gut für den Garten?

Wer sich für das Kompostieren von Eierschalen entscheidet, sollte diese stets in zerkleinerter Form (mit der Hand zerdrücken) in den Komposter geben. Das beschleunigt die „Auflösung“ der Schalen. Der enthaltene Kalk (Kalziumkarbonat) kommt letztendlich dem Boden zu Gute, indem er die Bodensäure neutralisiert und einer schleichenden Bodenversauerung entgegenwirkt. Natürlich darf es nicht zu viel Kalk sein, denn das verschlechtert den Humusgehalt des Bodens. Bei einem normalen familiären Eierverbrauch sollte das allerdings unbedenklich sein.

Was ist mit gefärbten Eiern?

Die meisten Eierfarben sollten mit Lebensmittelfarbe oder auf Biobasis gefärbt sein. Dann ist eine Kompostierung unproblematisch. Auf der sicheren Seite ist man, wenn die Hinweise auf der Verpackung der Eierfarbe zu Rate gezogen werden. Ist man sich unsicher, dann ab mit den Ostereier-Schalen in den Restmüll.

Was macht ihr mit euren Eierschalen? Kommen sie bei euch auf den Kompost oder entsorgt ihr diese Im Restmüll? Nutzt den Kommentarbereich unterhalb dieses Artikels und schreibt eure Meinung zu diesem Thema.

Bildquelle: Das Beitragsbild ist aus dem Flickr-Album Grow Plant Seeds in Eggshells. Es wurde auf Flickr von Personal Creations unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.


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