Dürfen Bananenschalen auf den Kompost?

Ja, Bananenschalen dürfen auf den Kompost, und sie gehören zu den besten Zutaten, die er bekommen kann. Sie verrotten schnell, sie bringen Kalium mit, und die Sorge wegen Spritzmitteln ist geringer, als die meisten denken.
Zwei Dinge lohnen sich trotzdem: die Schale zerschneiden und die Aufkleber abziehen.
Wie schnell verrottet eine Bananenschale?
Zerschnitten ist sie in zwei bis drei Wochen weg, im Sommer teils noch schneller. Sie ist damit das genaue Gegenteil der Zitrusschale, die Monate braucht - und das, obwohl beides Südfrüchte sind. Der Unterschied liegt im Aufbau: Die Bananenschale ist weich, dünn und wasserreich, die Zitrusschale hat eine wachsige Außenhaut und eine trockene weiße Innenschicht.
Ganze Schalen dauern länger, weil die Mikroorganismen nur außen herankommen. Zwei bis vier Zentimeter sind das richtige Maß, mit der Küchenschere in drei Schnitten erledigt.

Zieh den Aufkleber ab, falls noch einer dranklebt, und schneide die Schale in Stücke von zwei bis vier Zentimetern. Mehr braucht es nicht. Eine Handvoll Laub oder Rasenschnitt darüber hält die Stücke feucht und die Fruchtfliegen vom süßen Saft fern. Unter so einer Decke gehen wir auch tagsüber ran, offen liegende Schalen rühren wir erst nachts an.
Was die Schale mitbringt
Bananenschalen sind ausgesprochen kaliumreich, dazu kommen Magnesium, Calcium, etwas Stickstoff und Schwefel. Kalium ist der Nährstoff, den Fruchtgemüse und Blühpflanzen am stärksten abfragen - deshalb der alte Gärtnerrat, Schalen bei Rosen und Tomaten unterzugraben.
Für den Kompost heißt das: Bananenschalen zählen zum feuchten, stickstoffbetonten Material, so wie Rasenschnitt und Kaffeesatz. Sie brauchen also Grobes daneben, sonst pappt alles zusammen. Ein paar Handvoll Laub reichen.
Direkt ins Beet statt auf den Kompost?
Das liest man oft, und es funktioniert - aber langsamer, als der Ratschlag klingt. Eine untergegrabene Schale muss erst verrotten, bevor die Pflanze etwas davon hat, und das passiert im Beet genauso schnell oder langsam wie im Haufen. Wer im Frühjahr Schalen an die Tomate gräbt, düngt damit im besten Fall den Spätsommer.
Der Umweg über den Kompost ist nicht der Umweg, als der er aussieht. Dort mischt sich das Kalium mit allem anderen, und die fertige Komposterde gibt es gleichmäßig ab. Direktes Untergraben lohnt vor allem dort, wo ohnehin gerade gepflanzt wird.
Was ist mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln?
Bananen werden in den Anbauländern intensiv behandelt, und auf der Schale sind geringe Mengen nachweisbar. So weit stimmt die Sorge. Die Frage ist, ob daraus ein Problem für den Kompost wird, und dazu gibt es eine fachliche Einschätzung.
Die Bundesgütegemeinschaft Kompost hält sie für „weitgehend unbegründet": Geringste Reste von Pflanzenschutzmitteln werden von Mikroorganismen abgebaut, und dasselbe gilt für die aufgebrachten Wachse. Was bei Zitrusschalen gilt, gilt für Bananen genauso.
Wer trotzdem sichergehen will, nimmt Bio-Ware. Falsch ist das nicht, nur nötig ist es für den Komposthaufen nicht. Übrigens stecken in der Schale so viele Inhaltsstoffe, dass manche sie sogar mitessen - dabei allerdings gehört unbehandelte Ware zur Pflicht, nicht zur Kür.
Die Aufkleber sind der eigentliche Fremdkörper
Nicht die Chemie bleibt im Kompost zurück, sondern das Etikett. Die kleinen Obstaufkleber bestehen aus Kunststoff, sie verrotten nicht und tauchen beim Sieben als bunte Schnipsel wieder auf - und was durchs Sieb rutscht, landet im Beet. Abziehen dauert eine Sekunde.
Kompost, Biotonne oder Restmüll?
Für die allermeisten Haushalte ist der Fall klar: Kompost. Bananenschalen sind schnell, nährstoffreich und unkompliziert, es gibt keinen Grund, sie wegzuwerfen.
Die Biotonne ist die richtige Adresse, wenn größere Mengen anfallen, etwa nach einem Kindergeburtstag, oder wenn schlicht kein Komposter da ist. Dort läuft die Rotte heiß und schafft auch Mengen, an denen ein kleiner Haufen zu kippen droht. Der Restmüll bleibt der letzte Ausweg für alle ohne Biotonne - dort geht der Nährstoff endgültig verloren.
Häufige Fragen
Was ist von Bananenschalen-Tee zu halten?
Wenig. Die Idee ist, Schalen in Wasser einzulegen und den Sud als Flüssigdünger zu gießen. Ein Teil des Kaliums geht tatsächlich ins Wasser über, der Rest bleibt in der Schale - und die wirft man dann weg. Der Sud ist sehr dünn, und steht er zu lange, fängt er an zu faulen. Auf dem Kompost bringt dieselbe Schale mehr.
Müssen Bananenschalen getrocknet werden?
Für den Kompost nicht. Getrocknet wird, wer die Schalen mahlen und aufbewahren möchte. Der Haufen hat lieber die frische Schale, die bringt ihre Feuchtigkeit gleich mit. Trocknen kostet nur Zeit und verschiebt die Verrottung nach hinten.
Ziehen Bananenschalen Ratten oder Mäuse an?
Kaum. Nager kommen wegen Gekochtem, Fleisch, Fisch, Brot und Milchprodukten - das sind die Dinge, die nicht in den Komposter gehören. Obstschalen sind dafür uninteressant. Untermisch sie trotzdem, statt sie obenauf liegen zu lassen: Das hält auch die Fruchtfliegen vom süßen Saft fern.
Was mache ich mit dem harten Stielansatz?
Der darf mit, er braucht nur länger. Die Krone am oberen Ende ist deutlich faseriger als der Rest der Schale und liegt entsprechend länger herum. Entweder du schneidest sie klein mit, oder du lässt sie einfach mitlaufen und findest sie beim Sieben wieder.
Dürfen ganze, vergammelte Bananen auf den Kompost?
Ja. Matschig und braun ist für den Haufen kein Makel, sondern ein Vorsprung - er muss die Zersetzung nicht erst anfangen. Dasselbe gilt für schimmeliges Obst und Gemüse. Weil viel Zucker im Spiel ist, gehört eine ganze Banane aber untergemischt und abgedeckt, nicht obenauf.