Kommen Kaffeefilter und Kaffeesatz auf den Kompost?

Kaffeesatz und Kaffeefilter dürfen beide auf den Kompost. Der Satz ist ein feines, stickstoffreiches Material, das die Mikroorganismen im Haufen sofort annehmen. Der Papierfilter gehört als "braunes" Material dazu und verrottet mit - solange er unbedruckt ist.
Die Menge, die in einem Haushalt anfällt, ist für jeden Komposter unkritisch. Worauf es ankommt, ist nicht das Wieviel, sondern das Wie.
Gib den Kaffeesatz möglichst locker und verteilt auf den Haufen, nicht als nassen Klumpen. Feuchter Kaffeesatz, gerade zusammengepresst im Kaffeefilter, verfilzt sonst in der Mitte des Komposthaufens zu einer luftdichten Schicht, unter der es fault. Loses Kaffeepulver oder die gepressten Pads aus dem Kaffeeautomaten beim Hinzufügen einfach ein wenig auseinanderziehen.
Vermische den Kaffeesatz am besten mit anderen Materialien im Komposter, um ein ausgewogenes Verhältnis von "grünen" und "braunen" Materialien zu erreichen. "Grüne" Materialien sind zum Beispiel Küchenabfälle und frische Pflanzenreste, "braune" Materialien sind Papier, trockene Blätter und Stroh. Eine Übersicht dazu findest du unter was in den Komposter gehört.
Dahinter steht dasselbe Verhältnis, das auch beim Rasenschnitt entscheidet: Grün bringt Stickstoff, Braun bringt Kohlenstoff, und die Mischung soll bei einem C/N-Verhältnis zwischen 25 und 35 landen. Der Papierfilter ist deshalb kein Beiwerk, sondern der passende Partner zum Satz - er kommt gleich mit.

Kaffeesatz ist bei uns das beliebteste Futter im ganzen Haufen, aber bitte nicht fingerdick am Stück. Streu ihn handvollweise über eine größere Fläche und zieh den Papierfilter vorher auseinander. Eine geschlossene Kaffeeschicht verklebt und wird uns zu sauerstoffarm - dann wandern wir aus.
Gehört der Kaffeefilter mit auf den Kompost?
Ja. Ungebleichte wie auch weiße Papierfilter bestehen aus reiner Zellulose und verrotten mit. Am schnellsten geht es, wenn du den Filter beim Ausklopfen aufreißt und mit dem Satz vermischst.
Nicht auf den Kompost gehören dagegen Kaffeekapseln aus Aluminium oder Kunststoff. Die gehören in den Restmüll beziehungsweise in die Wertstoffsammlung.
Der Kaffeesatz schimmelt im Sammelbehälter
Das ist die häufigste Beobachtung und der häufigste Grund, das Material dann doch wegzuwerfen. Feuchter Kaffeesatz setzt in der Küche innerhalb von zwei, drei Tagen weißen oder grünlichen Flaum an.
Für den Kompost ist das kein Makel, sondern ein Vorsprung. Der Schimmel ist bereits der Abbau, der auf dem Haufen ohnehin stattfinden würde - dasselbe gilt für schimmeliges Obst und Gemüse. Wer den Anblick in der Küche nicht mag, leert den Behälter häufiger oder lässt den Satz auf einem Teller antrocknen; für den Haufen ändert das nichts.
Wie viel Kaffeesatz verträgt der Komposter?
Verwende den Kaffeesatz in Maßen. Eine feste Obergrenze gibt es nicht, denn sie hängt von der Größe und dem Zustand des Komposthaufens sowie von Art und Menge der übrigen Materialien ab. Die üblicherweise in einem Haushalt anfallende Menge stellt in keinem Komposter ein Problem dar.
Der Kaffeesatz hilft beim Verrotten, bringt die Rotte in Gang und stellt Nährstoffe für den Gartenboden bereit, wenn er fertig verrottet ist.
Welche Inhaltsstoffe aus dem Kaffee sind hervorzuheben?
Kaffeesatz enthält verschiedene Stoffe, die beim Kompostieren von Nutzen sind. Dazu gehören Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium, die für das Wachstum von Pflanzen wichtig sind. Der Stickstoffanteil liegt bei rund 2 %, damit zählt Kaffeesatz eindeutig zum "grünen" Material.
Beim Verrotten werden diese Nährstoffe frei und können später mit der Komposterde dem Gartenboden zugeführt werden. Das feine, feuchte Material ist außerdem eine gute Nahrungsgrundlage für die Bakterien, Pilze und Regenwürmer, die das organische Material abbauen.
Ein verbreiteter Irrtum zum Schluss: Gebrauchter Kaffeesatz ist nicht stark sauer. Der größte Teil der Säure geht beim Brühen ins Getränk über, zurück bleibt ein Material mit einem pH-Wert um 6,5, also nahezu neutral. Du musst also weder um den pH-Wert deines Komposts noch um säureempfindliche Pflanzen fürchten. Als Mittel zum gezielten Ansäuern des Bodens, etwa für Rhododendron oder Heidelbeeren, taugt Kaffeesatz aus demselben Grund allerdings nicht.
Häufige Fragen
Was mache ich mit Kaffeekapseln und Pads?
Pads aus Papier und Filtervlies können wie ein Filtertüte auf den Kompost, sie bestehen aus demselben Material. Kapseln nicht: Aluminium und Kunststoff haben im Haufen nichts zu suchen. Wer Kapseln nutzt, leert den Satz aus und gibt die Hülle in die Wertstofftonne oder das Rücknahmesystem des Herstellers.
Muss Kaffeesatz getrocknet werden, bevor er auf den Kompost kommt?
Für den Kompost nicht, feucht ist dort sogar günstiger. Trocknen lohnt sich nur, wenn der Satz erst gesammelt wird: Feucht in einer geschlossenen Dose fängt er innerhalb weniger Tage an zu schimmeln und zu riechen. Auf einem Teller ausgebreitet trocknet er über Nacht und lässt sich dann wochenlang aufbewahren.
Hilft Kaffeesatz gegen Schnecken?
Verlässlich nicht. Es kursiert, dass das Koffein Schnecken abschreckt, und in Laborversuchen mit hoch konzentrierten Lösungen stimmt das auch. Was in einem Streifen Kaffeesatz am Beetrand ankommt, liegt weit darunter, und der erste Regen spült ihn ohnehin weg. Als Bodenverbesserer ist der Satz sinnvoll, als Schneckenzaun nicht.
Ist Kaffeesatz ein Dünger oder nur Bodenverbesserer?
Beides ein wenig, aber nichts davon stark. Er bringt Stickstoff, etwas Kalium und Phosphor mit, lockert schwere Böden und ist bei Regenwürmern beliebt. Für eine spürbare Düngung reicht die Menge aus einem Haushalt nicht, dafür müsste man Kilogramm ausbringen. Als regelmäßige Zugabe zum Kompost ist er dagegen ideal.
Kann ich Kaffeesatz direkt auf Zimmerpflanzen geben?
Besser nicht direkt auf die Erde im Topf. Dort trocknet er zu einer Schicht ein, die kein Wasser mehr durchlässt, und im warmen Zimmer schimmelt er schnell. Wer ihn für Topfpflanzen nutzen will, mischt kleine Mengen beim Umtopfen unter die Erde. Im Freiland ist das unkritisch.