Komposter
Ob offener Haufen, geschlossener Behälter oder Eimer in der Küche: Für jeden Garten und jede Menge Abfall gibt es den passenden Komposter. Entscheidend ist weniger das Modell als der Standort und das, was du hineingibst. Auf den folgenden Seiten stelle ich die gängigen Bauarten und einzelne Modelle vor.
Die Bauarten nebeneinander
Die Bauart entscheidet vor allem über zwei Dinge: wie viel auf einmal hineinpasst und wie lange es bis zur fertigen Erde dauert. Alles andere ist Pflege.
| Bauart | Übliche Größe | Wofür sie gedacht ist |
|---|---|---|
| Thermokomposter | 300 bis 900 l | Küchen- und Gartenabfall gemischt, wenn es zügig gehen soll |
| Gitter- und Metallkomposter | 600 bis 1.200 l | große Mengen groben Gartenabfall, Laub, Staudenschnitt |
| Rasenkomposter | ab 400 l | viel feuchter Rasenschnitt, der sonst verdichtet |
| Bokashi-Eimer | 2 × 16 l | Küchenabfall ohne Garten, Wohnung und Balkon |
Die Literangaben sind das Fassungsvermögen, nicht der Jahresdurchsatz. Ein Komposter fasst über ein Jahr deutlich mehr, als auf dem Karton steht, weil das Material beim Verrotten auf etwa ein Drittel zusammensackt. Wer nachlegt, sobald Platz frei wird, kommt mit einem kleineren Behälter aus, als die Prospekte nahelegen.
Welcher Komposter passt zu dir?
- Thermokomposter sind rundum geschlossen und halten die Wärme im Inneren. Sie liefern am schnellsten fertige Erde und sind auch für kleine Gärten geeignet. Zwei Modelle stelle ich ausführlich vor: den Neudorff DuoTherm 530 und den Graf Thermo-King.
- Metallkomposter und Gitterbehälter sind offen, gut belüftet und nehmen große Mengen groben Gartenabfall auf. Dafür bleiben sie kühler und brauchen länger.
- Rasenkomposter sind die Lösung, wenn vor allem viel feuchter Rasenschnitt anfällt. Der verdichtet in jedem anderen Behälter zu einer schmierigen Schicht.
- Bokashi-Eimer arbeiten ohne Garten: Küchenabfälle werden darin fermentiert und erst danach in der Erde zu Humus. Genau genommen ist das kein Kompostieren, sondern der Schritt davor.
Kunststoff, Metall oder Holz
Beim Material geht es weniger um Haltbarkeit als um Wärme. Kunststoff ist der Standard bei geschlossenen Behältern, weil er isoliert und kein Wasser zieht. Metall und verzinkte Gitter halten am längsten, leiten die Wärme aber nach außen ab, sind also immer die kühlere Variante. Holz sieht am besten aus und verrottet mit, ein unbehandelter Lattenkomposter hält je nach Holzart und Standort fünf bis zehn Jahre.
Behandeltes Holz gehört nicht an den Kompost, auch nicht als Behälter: Was aus dem Holz austritt, landet in der Erde, die du später aufs Beet gibst. Wohin der alte, imprägnierte Lattenrost stattdessen muss, steht unter Altholz entsorgen. Dasselbe gilt für das, was hineinkommt: was nicht in den Komposter gehört, ist eine eigene Seite wert.
Die häufigsten Probleme hängen nicht am Modell
Ein Haufen, der nicht warm wird, ist meist zu trocken. Einer, der stinkt, hat zu wenig Luft und zu viel Nasses. Und Ratten kommen wegen gekochter Reste, nicht wegen der Bauart. Was hineindarf, steht unter was in den Komposter gehört; wenn es trotzdem nicht vorangeht, hilft der Abschnitt zu den natürlichen Kompostbeschleunigern.

Stell deinen Komposter auf gewachsenen Boden, nicht auf Beton oder Folie. Nur dann können wir Würmer von unten einwandern und wieder verschwinden, wenn es uns zu heiß oder zu nass wird. Ein Behälter ohne Erdkontakt ist für uns eine verschlossene Tür.
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Bokashi: Küchenabfälle fermentieren statt kompostieren
Bokashi fermentiert Küchenabfälle, statt sie verrotten zu lassen: geruchsarm und ohne Garten.
Graf Thermokomposter "Thermo-King" 900 Liter
900 Liter, doppelwandig, mit Bodengitter: Der Thermo-King nimmt größere Mengen Garten- und Küchenabfall auf.
Komposter aus Metall
Aufstellen, befüllen, fertig: Gitterkomposter aus Metall fassen viel Gartenabfall.
Neudorff Thermokomposter DuoTherm 530 l mit Mäusegitter
Thermokomposter mit Stecksystem, doppelten Wänden und Gitter gegen Wühlmäuse.
Neudorff Thermokomposter DuoTherm 530 l
In Minuten aufgebaut, doppelwandig isoliert, 530 Liter Volumen.
Rasenkomposter
Ein eigener Behälter verhindert, dass der Hauptkompost unter nassem Rasenschnitt zusammensackt.
Häufige Fragen
Welche Größe braucht mein Komposter?
Als Faustregel etwa 100 bis 200 Liter je Person im Haushalt, plus die Gartengröße. Unter 200 Litern wird es schwierig: Ein kleiner Haufen kühlt zu schnell aus und kommt nicht in Gang. Lieber zwei mittlere Behälter als einen sehr großen - dann reift einer, während der andere befüllt wird.
Offener Haufen oder geschlossener Behälter?
Der offene Haufen ist unkomplizierter und verträgt große Mengen Gartenabfall. Der geschlossene hält Wärme und Nager draußen und ist die bessere Wahl, wenn auch Küchenabfälle hineinkommen. Beides funktioniert, der Unterschied liegt bei der Pflege, nicht beim Ergebnis.
Wohin stelle ich den Komposter?
Halbschattig, windgeschützt und auf gewachsenen Boden, damit Würmer und Bodenlebewesen einwandern können. Volle Sonne trocknet ihn aus, tiefer Schatten hält ihn kalt. Nicht auf Platten oder Folie stellen.
Brauche ich ein Bodengitter?
Wenn Wühlmäuse im Garten sind, ja. Sie nisten sich gern im warmen Haufen ein und gehen von dort an die Beete. Bei vielen Modellen ist das Gitter nicht dabei und muss dazugekauft werden - das lohnt den Blick vor dem Kauf.
Kann ich zwei Komposter kombinieren?
Das ist sogar der übliche Weg. Einer wird befüllt, der andere reift. Beim Umsetzen wandert der Inhalt vom einen in den anderen, und dabei kommt gleich die Luft hinein, die die Rotte braucht.