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Den Kompost sieben

Kompost sieben heißt: die fertige Erde von groben Resten trennen. Ein Durchgang im Frühjahr reicht in den meisten Gärten aus. Du brauchst dafür nicht mehr als eine Schaufel, ein Wurfsieb mit 10 bis 20 mm Maschenweite und etwas Platz. Zwingend nötig ist das Sieben nicht, es macht die Komposterde aber deutlich angenehmer zu verteilen.

Ich „ernte“ meinen fertigen Kompost immer im Frühjahr. Das ist der beste Dünger, den man den Gartenpflanzen im April und Mai geben kann. Und dafür macht man das Ganze schließlich.

Meiner Meinung nach ist das Frühjahr die optimale Zeit, weil die Pflanzen dann gerade anfangen, kräftig zu wachsen, und die zusätzlichen Nährstoffe am dringendsten brauchen.

Warum sollte man Kompost sieben?

Kompost zu sieben ist der einfachste Weg zu einer gleichmäßigen, feinkrümeligen Struktur. Durch das Sieben entfernst du grobe Bestandteile und unverrottete Materialien, die den Rotteprozess noch nicht vollständig durchlaufen haben.

Das Ergebnis ist eine hochwertige, nährstoffreiche Komposterde, die sich gut einarbeiten und verteilen lässt.

Der Mythos des perfekten Kompostes

Nun ist es bei einem Thermokomposter leider nicht so, wie es die schönen Werbebilder gern vermarkten: die Klappe unten öffnen und eimerweise feinkörnigen Kompost entnehmen, der sich direkt überall im Garten verteilen lässt. Das funktioniert für ein paar Schaufeln, aber eben nicht für den gesamten fertigen Kompost.

Werkzeuge und Materialien zum Sieben des Komposts

Hierzu bedarf es etwas Anstrengung sowie einer griffigen Schaufel, eines Wurfsiebs, eines Garteneimers und etwas Platz auf einem noch nicht gemachten Beet in unmittelbarer Nähe des Komposters. Vielleicht auch einer Schubkarre, wenn es um größere Mengen oder um längere Wege geht.

Kompost sieben - Schaufel und Sieb
Schaufel und Sieb reichen aus. Beides steht am besten gleich neben dem Komposter.

Notwendige Werkzeuge im Überblick

Welche Maschenweite?

Für das Sieben von Kompost hat sich eine Maschenweite von 10 bis 20 Millimetern bewährt. Gröbere Maschen vereinfachen das Sieben, lassen aber auch größere Bestandteile durch. Mich stört das weniger, wenn ein paar gröbere Stücke mit auf den Beeten landen.

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Ein Durchwurfsieb im klassischen Sinn: Rahmen, Gitter, anlehnen, Kompost mit der Schaufel dagegenwerfen. Das Feine fällt durch, das Grobe rutscht zurück und geht in den nächsten Ansatz.

Vorteile
  • Keine Technik, nichts, was kaputtgehen kann
  • Günstigste Art, Kompost zu sieben
  • Das Grobe landet direkt wieder vor den Füßen und kann zurück auf den Haufen
Zu beachten
  • Kraft und Zeit kommen von dir. Für ein paar Schubkarren geht das, für größere Mengen wird es zäh.
  • Der Hersteller macht keine Angabe zur Maschenweite.

Passt zu dir, wenn: Für den Hausgarten und alle, die einmal im Jahr die Beete mit fertigem Kompost versorgen.

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Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Sieben

1. Vorbereitung

Die vordere Wand des Komposters entferne ich einfach komplett, und schon bietet sich ein Blick auf den Querschnitt der gesammelten und zum überwiegenden Teil verrotteten Küchen- und Gartenabfälle. Das Herbstlaub in der oberen Schicht ist meist noch als solches erkennbar, und unzählige Regenwürmer sollten hier wimmeln.

2. Grobes Material trennen

Die untere Schicht sollte fast vollständig gute Komposterde sein. Hier und da tauchen noch zu groß geratene Zweige und anderes Gehölz auf. Dazu ein paar zuletzt hinzugegebene Abfälle, Reste von Küchentüchern, ein paar Eierschalen und strohige Dinge vom letzten Herbst.

3. Sieben des Komposts

Den Kompost mit der Schaufel auf das Wurfsieb geben und mit leichten Wurfbewegungen durch das Sieb arbeiten. Grobe Bestandteile bleiben im Sieb zurück und können entweder erneut kompostiert oder als Mulch verwendet werden.

Feinste, frisch gesiebte Komposterde in den Händen
Was durch das Sieb fällt, ist fertig für das Beet.
Ringos Tipp

Sieb an einem bedeckten, kühlen Vormittag. In der Mittagssonne trocknen wir auf dem offenen Sieb innerhalb von Minuten aus. Und was im Sieb hängen bleibt, kippst du bitte zurück in den Komposter, samt uns: In den groben Brocken sitzt die halbe Belegschaft für die nächste Runde.

Tipps und Hinweise

Was tun mit groben Resten?

Alles nicht schlimm. Hat man halbwegs beachtet, was in den Kompost gehört und was nicht, dann riecht nichts unangenehm, es beißt niemand, und ganz viel lockere Komposterde wird am Ende die Belohnung für die Gartenpflanzen sein. Grobe Reste wandern zurück in den Komposter und verrotten dort weiter.

Kompostsiebtrommel für größere Mengen

Eine Kompostsiebtrommel ist ein rotierendes Sieb. Man füllt den Kompost in die Trommel und dreht sie, wodurch die feine Erde durch die Sieblöcher fällt, während grobe Bestandteile zurückbleiben. Für größere Mengen ist das die deutlich bequemere Methode, in der Anschaffung aber auch die teurere.

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Ein motorbetriebenes Trommelsieb mit 360 Watt. Die Trommel ist 90 Zentimeter lang, misst 40 Zentimeter im Durchmesser und dreht mit 42 Umdrehungen in der Minute. Serienmäßig ist ein Sieb mit 20 Millimetern Maschenweite eingesetzt.

Vorteile
  • Arbeitet von selbst, du schaufelst nur nach
  • Siebeinsätze mit anderer Maschenweite sind wechselbar
  • Neigungswinkel verstellbar, damit lässt sich das Durchlauftempo regeln
  • Bürstenleiste hält die Trommel frei, laut Hersteller besonders bei feuchtem Material
Zu beachten
  • 349 Euro und 37 Kilogramm: Das lohnt sich erst, wenn regelmäßig Kubikmeter anfallen.
  • Braucht einen Stromanschluss am Kompostplatz.

Passt zu dir, wenn: Für große Gärten, Gemeinschaftsanlagen und alle, die Erde und Kompost in größerem Umfang aufbereiten.

Einordnung: Für den normalen Hausgarten ist das Durchwurfsieb die vernünftigere Wahl, dieses Gerät rechnet sich über die Menge.
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Kompostsieb selber bauen

Ein Kompostsieb lässt sich einfach selbst bauen. Du brauchst einen Holzrahmen und ein Stück Drahtgeflecht, zum Beispiel Kaninchendraht, mit der gewünschten Maschenweite. Das Geflecht wird auf den Rahmen gespannt und befestigt. Ich nutze seit Jahren ein selbstgebautes Sieb und finde es für den Hausgarten völlig ausreichend.

Den idealen Standort wählen

Der Standort des Komposters sollte gut durchdacht sein. Ein Platz im Halbschatten, der leicht zugänglich ist, erleichtert die Arbeit und sorgt dafür, dass der Kompost nicht zu schnell austrocknet.

Häufige Fehler beim Kompostieren vermeiden

Mein Fazit

Das Sieben des Komposts ist der letzte Handgriff auf dem Weg zu feinkrümeliger Komposterde. Mit den richtigen Werkzeugen und etwas Mühe wird man reichlich belohnt: gesunde, kräftige Pflanzen und ein blühender Garten. Wer keine Lust auf das Sieben hat, verteilt den Kompost eben grob. Falsch ist das nicht.

Häufige Fragen

Wie oft sollte man den Kompost sieben?

In der Regel reicht es, den Kompost einmal jährlich zu sieben, vorzugsweise im Frühjahr. Bei größeren Mengen oder kontinuierlichem Kompostieren kann es sinnvoll sein, den Kompost mehrmals im Jahr zu sieben.

Was ist eine Kompostsiebtrommel und wie funktioniert sie?

Eine Kompostsiebtrommel ist ein rotierendes Sieb, das das Sieben von Kompost erleichtert. Man füllt den Kompost in die Trommel und dreht diese, wodurch der Kompost durch die Sieblöcher fällt, während grobe Bestandteile zurückbleiben. Meiner Meinung nach ist dies eine sehr effiziente Methode, insbesondere für größere Mengen Kompost, allerdings auch in der Anschaffung teurer.

Was passiert mit den Würmern beim Sieben des Komposts?

Beim Sieben des Komposts können Regenwürmer und andere nützliche Bodenorganismen mit durch das Sieb fallen. Diese sind sehr wertvoll für den Boden und sollten möglichst wieder in den Komposter oder auf das Beet zurückgesetzt werden.
Mein Tipp: Geh schonend mit ihnen um und bring sie zurück in den Haufen.

Warum sollte man Kompost sieben oder nicht?

Das Sieben von Kompost hat den Vorteil, dass man eine gleichmäßige, feinkrümelige Struktur erhält, die sich optimal als Pflanzendünger eignet. Grobe Bestandteile werden entfernt und können weiter kompostiert werden. Allerdings ist das Sieben nicht zwingend notwendig. Unzersetzte Reste können auch direkt als Mulch verwendet werden. Mit Sieb und etwas Mühe bekommst du feinkrümelige Erde, die sich gleichmäßig ausbringen lässt.

Muss der Kompost trocken sein zum Sieben?

Er darf nicht nass sein, sonst schmiert die Erde durch die Maschen und verstopft sie. Ein bedeckter Tag nach zwei, drei regenfreien Tagen ist ideal. Klebt der Kompost am Sieb, lass ihn erst ein paar Tage abtrocknen.

Was mache ich mit dem Siebrest?

Zurück in den frischen Haufen. In den groben Brocken sitzen die Mikroorganismen und Würmer, die die nächste Runde in Gang bringen - der Rest ist also keine Abfall-, sondern eine Impfportion.