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Bokashi: Küchenabfälle fermentieren statt kompostieren

Bokashi - Küchen- und Balkonkomposter
Der Eimer steht in der Küche, luftdicht verschlossen. Was darin passiert, ist kein Kompostieren, sondern Einlegen.

Bokashi ist Fermentieren, nicht Kompostieren. Küchenabfälle werden in einem luftdichten Eimer mit Milchsäurebakterien eingelegt und dabei haltbar gemacht. Erde entsteht dabei noch nicht - das passiert erst, wenn das fertige Ferment im Boden oder im Komposter landet. Der Vorteil: Es funktioniert in der Wohnung, riecht nicht faulig und verträgt auch Fleisch und Milchprodukte.

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Was im Eimer passiert

Bokashi ist japanisch und heißt sinngemäß „fermentiertes organisches Material". Anders als auf dem Komposthaufen, wo Sauerstoff die Arbeit macht, läuft hier alles unter Luftabschluss ab. Milchsäurebakterien senken den pH-Wert so weit, dass Fäulnisbakterien keine Chance haben.

Deshalb riecht ein Bokashi-Eimer beim Öffnen säuerlich wie eingelegtes Gemüse und nicht nach Abfall. Und deshalb darf hinein, was auf dem Haufen nichts zu suchen hat: gekochte Reste, Fleisch, Fisch, Käse.

Der wichtigste Satz über Bokashi
Am Ende der zwei Wochen hast du kein fertiges Substrat, sondern eingelegten Abfall. Er sieht fast aus wie vorher. Erst im Boden wird daraus Erde, und das dauert noch einmal zwei bis vier Wochen.

So läuft es ab, Schritt für Schritt

  • Starter einstreuen. Eine dünne Schicht Bokashi-Ferment auf den Eimerboden.
  • Abfälle einfüllen und andrücken. Klein geschnitten geht es schneller. Das Andrücken ist wichtig: Es drückt die Luft heraus, und genau darauf kommt es an.
  • Nachstreuen. Nach jeder Lage Abfall wieder Starter darüber, etwa ein Esslöffel je Handvoll.
  • Saft ablassen. Alle zwei bis drei Tage über den Hahn abzapfen. Bleibt die Flüssigkeit stehen, fault das Material von unten.
  • Zwei Wochen ruhen lassen. Ist der Eimer voll, kommt er verschlossen an einen zimmerwarmen Platz. In dieser Zeit wird nichts mehr nachgefüllt - deshalb arbeiten die meisten mit zwei Eimern im Wechsel.
  • Vergraben. Das Ferment eine Spatentiefe in die Erde oder unter reichlich Kompostmaterial. Nach zwei bis vier Wochen ist nichts mehr davon zu finden.
Ringos Tipp

Gib uns das fermentierte Bokashi nie pur in den Blumentopf oder auf den offenen Kompost. Frisch ist es sauer, da ziehen wir Würmer uns sofort zurück. Vergrab es eine Handbreit tief in der Erde oder misch es unter reichlich altes Kompostmaterial, dann fangen wir nach ein paar Tagen an.

Weißer Belag ist gut, grüner und schwarzer nicht

Das ist die Frage, die jeder Bokashi-Anfänger irgendwann stellt, und die Antwort ist eindeutig.

Weißer, watteartiger Belag auf der Oberfläche ist erwünscht. Das sind die Hefen und Milchsäurebakterien aus dem Starter, sie zeigen an, dass die Fermentation läuft. Einfach mit einrühren.

Grüner, blauer oder schwarzer Schimmel ist dagegen ein Zeichen dafür, dass Luft im Eimer war. Übliche Ursachen: zu wenig angedrückt, Deckel nicht dicht, Saft nicht abgelassen. Kleine Stellen lassen sich abnehmen, bei großflächigem Befall gehört der Inhalt in die Biotonne und der Eimer wird ausgewaschen.

Der Bokashi-Saft

Während der Fermentation sammelt sich am Eimerboden eine dunkle Flüssigkeit. Sie ist stark konzentriert und gehört im Verhältnis 1:100 verdünnt, also etwa ein Esslöffel auf eine Zehn-Liter-Gießkanne. Pur gegossen verbrennt sie die Wurzeln.

Verdünnt ist sie ein brauchbarer Flüssigdünger für Zimmer- und Balkonpflanzen. Unverdünnt taugt sie als Abflussreiniger, die Milchsäurebakterien arbeiten gegen Ablagerungen. Lange lagern lässt sie sich nicht, innerhalb weniger Tage verbrauchen.

Bokashi oder Komposthaufen?

Die beiden Verfahren stehen nicht gegeneinander, sie ergänzen sich. Wer einen Garten hat, nimmt den Komposter für Garten- und die großen Mengen Küchenabfall - und Bokashi für das, was dort nicht hineindarf.

Aspekt Bokashi Komposthaufen
OrtKüche, Balkon, KellerGarten
Verträgtauch Gekochtes, Fleisch, Käsenur Rohes, Pflanzliches
Dauer bis zur Erde4 bis 6 WochenMonate bis Jahre
ErgebnisFerment, das noch vergraben werden mussfertige Komposterde
Geruchsäuerlich, wie eingelegtes Gemüseerdig, bei Fehlern faulig
MengeHaushaltsmengenauch Garten­abfälle in Masse

Wofür sich das Ferment im Garten eignet

Eingearbeitet verbessert es die Bodenstruktur und bringt Mikroorganismen mit, die dort weiterarbeiten. Der Boden speichert danach Wasser und Nährstoffe besser.

Zwei Einschränkungen: Frisch vergrabenes Ferment ist sauer, direkt daneben sollte in den ersten zwei Wochen nichts gepflanzt werden. Und im gefrorenen Boden lässt sich nichts vergraben - für den Winter braucht es entweder einen Erdeimer mit alter Blumenerde im Keller oder einen Platz auf dem Komposthaufen, gut abgedeckt.

Bokashi-Eimer im Detail

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Komplettes Starterset für die Fermentation in der Küche: zwei Bokashi-Eimer mit Deckel, Griff und Abtropfsieb, dazu ein Abfalleimer, Sprühflasche, Kelle, Messbecher, ein Liter EM aktiv und ein Kilo Bokashi-Ferment. Zwei Eimer sind der Grund, warum das funktioniert: Während einer zwei bis vier Wochen ruht, wird der andere gefüllt.

Vorteile
  • Zwei Eimer, damit läuft der Wechselbetrieb von Anfang an
  • Ferment und EM aktiv sind für den Start dabei
  • Luftdicht verschlossen, laut Hersteller geruchsarm und damit auch für die Wohnung geeignet
  • Nach zwei bis vier Wochen ist das Ferment laut Hersteller fertig
Zu beachten
  • Bokashi ist kein fertiger Kompost. Das Ferment muss anschließend in die Erde oder auf den Haufen, sonst passiert nichts.
  • Ferment und EM aktiv sind Verbrauchsmaterial und müssen nachgekauft werden.
  • Der Sickersaft will regelmäßig abgelassen werden, sonst wird es doch unangenehm.

Passt zu dir, wenn: Für Wohnung und Balkon, und für alle, die auch gekochte Reste verwerten wollen, die nicht auf den Kompost dürfen.

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Häufige Fragen

Was kostet Bokashi im laufenden Betrieb?

Der Eimer ist die einmalige Anschaffung, laufend kostet nur das Ferment - die Kleie mit den Mikroorganismen. Man braucht etwa einen Esslöffel je Handvoll Abfall, eine Packung reicht damit mehrere Monate. Wer viel fermentiert, setzt das Ferment irgendwann selbst an.

Muss ich die Abfälle vorher zerkleinern?

Nötig ist es nicht, sinnvoll schon. Kleine Stücke lassen sich besser andrücken, und genau das Herausdrücken der Luft entscheidet über Gelingen oder Schimmel. Ganze Zitronenhälften und dicke Strünke sind die typischen Stellen, an denen Luft im Eimer bleibt.

Was ist mit Knochen und großen Fleischstücken?

Kleine Fleischreste sind kein Problem, das ist gerade der Vorteil gegenüber dem Komposthaufen. Knochen dagegen fermentieren nicht durch, sie liegen hinterher unverändert im Beet. Die gehören in den Restmüll.

Zieht das vergrabene Ferment Ratten an?

Wenn es tief genug liegt, nicht. Eine Spatentiefe ist das Mindeste, bei Fleischresten eher mehr. Flach eingearbeitetes Ferment riecht noch, und Nager graben danach. Wer unsicher ist, gibt es in einen geschlossenen Komposter statt direkt ins Beet.

Funktioniert Bokashi auch ohne gekauftes Ferment?

Im Prinzip ja - die Milchsäurebakterien lassen sich mit Kleie, Melasse und einer EM-Lösung selbst vermehren. Für den Anfang ist gekauftes Ferment aber die sichere Wahl: Misslingt der eigene Ansatz, merkt man es erst am schimmeligen Eimer zwei Wochen später.