Rasen kompostieren

Rasenschnitt gehört auf den Kompost, aber nie frisch und nie in dicken Lagen. Lass das Gras nach dem Mähen ein bis zwei Tage auf der Fläche antrocknen und gib es dann locker und gut gemischt in den Komposter. Alles, was darüber hinaus anfällt, bringst du besser direkt als Mulch aus.
„Dicke Lage" lässt sich beziffern: Die Bundesgütegemeinschaft Kompost nennt 10 Zentimeter als Grenze. Darüber verdichtet frischer Rasenschnitt, die Luft bleibt weg und es fängt an zu faulen. Wer trotzdem viel auf einmal einfüllt, sollte den Haufen nach zwei bis drei Tagen noch einmal auflockern.
Warum gerade Rasenschnitt fault
Dahinter steckt ein Wert, der die ganze Kompostierung bestimmt: das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff. Die Kompostfibel des Umweltbundesamtes nennt als Zielbereich ein C/N-Verhältnis zwischen 25 und 35.
Frisches Gras liegt weit darunter. Es ist stickstoffreich und wasserreich - genau das, was der Haufen braucht, aber nicht allein. Holziges Material wie Zweige, Häcksel und trockenes Laub liegt weit darüber. Erst die Mischung landet im Zielbereich, und deshalb steht in der Fibel der Satz: Rasenschnitt „nur ganz dünn einstreuen oder untermischen und möglichst vorher anwelken lassen, da sonst Fäulnisgefahr besteht".
Passiert das nicht, verklebt das Gras zu einer dichten Schicht. Die Luft bleibt weg, es entsteht Ammoniak, und der Haufen riecht tagelang faulig statt nach Waldboden. Rasenschnitt ist damit nicht das Problemmaterial, für das viele ihn halten, sondern der wichtigste Stickstofflieferant des Gartens - er braucht nur einen Partner.
Rasenschnitt im Thermokomposter oder auf dem Komposthaufen
Je nach Größe der Rasenfläche fällt beim Mähen eine ganze Menge an. Empfehlungen, das Gras mit Häcksel, Laub und Baumschnitt zu schichten, sind grundsätzlich richtig, in der Praxis aber oft unpraktikabel - so viel Grobes hat man selten gerade zur Hand.
Praktikabel ist die dünne Lage. Die 10 Zentimeter der Bundesgütegemeinschaft sind die äußere Grenze, ab der es sicher kippt. 5 Zentimeter sind der Wert, mit dem man auf der sicheren Seite ist, auch wenn gerade nichts Grobes dabei ist.
Frisches Gras erst trocknen lassen
Das frische Gras an trockenen Tagen nach dem Mähen in mehrere Haufen aufteilen und auf der Rasenfläche liegen lassen. Alle ein bis zwei Stunden wenden, so entziehen Wind und Sonne den überwiegenden Teil der Feuchtigkeit.
An warmen Sommertagen kann man das nun fast trockene Gras oft schon am Abend zum Kompost geben. An kühleren Tagen lässt man es einfach ein bis zwei Tage länger liegen.
Der so angetrocknete Rasenschnitt lässt sich ohne Weiteres locker im Thermokomposter oder auf dem Komposthaufen verteilen. Hat man zudem zerkleinerten Hecken- oder Baumschnitt und anderes kompostierbares Material, vermischt man alles am besten miteinander. So entstehen luftige Zwischenräume, es kommt nicht zur Fäulnis und alles kann gut zu Humus verrotten.

Frischer Rasenschnitt wird im Komposter zu einer schmierigen, heißen Schicht, unter der wir weder Luft noch einen Weg nach oben finden. Wir wandern dann bis an den Rand und liegen dort. Gib das Gras angetrocknet und immer im Wechsel mit etwas Grobem dazu, Laub oder zerkleinerte Zweige, dann bleiben wir mitten drin.
Kompostbeschleuniger einsetzen
Ein Kompostbeschleuniger bringt die Umsetzung der organischen Haus- und Gartenabfälle zu Humus in Schwung. Diesen in der jeweils angegebenen Menge gleichmäßig über das Material streuen, dann erledigen die Mikroorganismen und Kleinstlebewesen ihre Arbeit deutlich schneller.
Größere Mengen Rasenschnitt kompostieren
Bei einer großen Rasenfläche bietet sich ein separater Rasenkomposter an. Dabei darauf achten, dass von allen Seiten gut Luft eindringen kann und das Gras hin und wieder bewegt, also durchgelüftet wird.
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Auch Trommelkomposter sind aufgrund ihres Aufbaus und der einfachen Durchmischung eine gute Alternative.
Mulchen: die Nährstoffe direkt ausbringen
Eine sehr gute Alternative zum Kompostieren ist, das Gras direkt zu den Pflanzen zu bringen. Also ohne vorherige Verrottung seine Nährstoffe dort abzugeben, wo sie gebraucht werden. Das Mulchen, also das Ausbringen unverrotteter organischer Materialien, ist in Garten- und Landwirtschaft seit jeher eine wichtige Form der Ertragssteigerung.
Obst- und Gemüsepflanzen mit Grasschnitt mulchen
Der Rasenschnitt wird rund um die Pflanzen verteilt, am besten leicht angetrocknet und in einer dünnen Schicht von etwa 3 bis 5 Zentimetern. Dicke Lagen frischen Grases fangen an zu faulen und zu schimmeln, genau wie im Komposter. Ganze Beete lassen sich so abdecken.
Die Vorteile:
- Die Pflanzen bekommen direkt Nährstoffe
- Der Boden bleibt länger feucht und ist vor Erosion geschützt
- Beim Gießen spritzt weniger Erde an Früchte und Blätter
- Unkraut kommt schlechter durch
Vor allem Rosen, Erdbeeren und Tomaten schätzen diese Art der Sonderbehandlung.
Mulchmähen
Viele Gartenfreunde schwören auf Mulchmäher. Das sind Rasenmäher ohne Fangkorb, die das Material sehr fein zerhäckseln und gleichmäßig direkt auf der Grasnarbe verteilen. Je nach Mähhäufigkeit ist vom Schnittgut schon nach wenigen Tagen nichts mehr zu sehen.
Ein Düngen des Rasens wird durch diesen Nährstoffkreislauf weitgehend überflüssig. Das spart Kosten für Rasendünger und schont die Umwelt.
Nachteile: Mulchmähen macht häufigeres Mähen erforderlich als ein klassischer Rasenmäher. Außerdem mag nicht jeder das Schnittgut auf dem Rasen sehen, auch wenn gute Mulchmäher es sehr fein und nahe am Boden verteilen.
Die drei Wege im Überblick
| Weg | Wann sinnvoll | Worauf achten |
|---|---|---|
| Kompostieren | Kleine bis mittlere Mengen | Erst antrocknen, dünn auftragen, mit Grobem mischen |
| Mulchen | Beete, Obst und Gemüse | Dünne Schicht, angetrocknet, nicht an den Stängel packen |
| Mulchmähen | Große Rasenflächen | Häufiger mähen, nur kurze Halme abnehmen |
Häufige Fragen
Darf Rasenschnitt nach dem Einsatz von Unkrautvernichter auf den Kompost?
Nein, und das ist die wichtigste Einschränkung überhaupt. Manche Rasenherbizide enthalten Wirkstoffe, die den Kompostierungsprozess überdauern und später empfindliche Pflanzen im Beet schädigen, allen voran Tomaten und Bohnen. Nach einer Behandlung gehört der Schnitt für die vom Hersteller genannte Wartezeit in die Biotonne. Steht keine Frist dabei, gilt: im Zweifel weglassen.
Was ist mit Rasenschnitt nach Moosvernichter oder Eisendünger?
Eisenhaltige Moosvernichter sind weniger kritisch als Herbizide, färben den Schnitt aber und bringen Eisen in den Kompost, das dort niemand braucht. Der erste Schnitt nach der Behandlung geht besser in die Biotonne, danach ist es unkritisch. Abgestorbenes Moos selbst kann auf den Haufen, es verrottet allerdings langsam.
Bringt Rasenschnitt Unkrautsamen ins Beet?
Bei regelmäßigem Mähen kaum, weil Gräser und Kräuter gar nicht erst zum Blühen kommen. Kritisch wird es beim ersten Schnitt nach einer langen Pause und bei Wiesenstücken, die versamt sind. Ein Haufen, der richtig heiß wird, macht die Samen unschädlich - verlassen sollte man sich darauf im Hobbykompost aber nicht. Mehr dazu unter Unkraut kompostieren.
Wie dick darf eine Mulchschicht aus Rasenschnitt sein?
Dünn, und lieber öfter. Zwei bis drei Zentimeter angetrockneter Schnitt sind reichlich. Dicker aufgetragen verfilzt er zu einer Matte, unter der kein Wasser mehr ankommt und die zu faulen beginnt. Frisches, nasses Gras in dicker Lage ist der häufigste Grund, warum Mulchen schiefgeht.
Kann ich Rasenschnitt einfach liegen lassen, statt ihn zu kompostieren?
Ja, wenn du kurz und häufig mähst. Der feine Schnitt eines Mulchmähers oder Mähroboters bleibt liegen und düngt den Rasen direkt. Das spart den Weg zum Komposter, lässt dem Haufen dann aber kein Grünmaterial. Wer beides will, nimmt einen Streifen aus der Mähzone heraus und mäht ihn von Hand. Wie das mit einem Roboter zusammengeht, steht unter Mähroboter ohne Begrenzungskabel.