Darf Brot auf den Kompost?

Altes Brot darf auf den Kompost, aber nur in kleinen Mengen und gut untergemischt. Verrotten tut es ohne Weiteres. Das eigentliche Problem sind Ratten und Mäuse, die vom Brot angelockt werden. Belegte Brote und andere verarbeitete Speisereste gehören dagegen gar nicht erst auf den Haufen.
Warum Brot Ratten und Mäuse anlockt
Nicht umsonst wird Brot in Mäuse- und Rattenfallen eingesetzt: Es ist für Nager unwiderstehlich. Ein offen liegendes Stück auf dem Haufen ist eine Einladung, und einmal angelockt, bleiben sie.
Dass sich zuerst die Vögel darüber hermachen, stimmt zwar - aber gut ist das nicht. Der NABU ist bei Brot deutlich: Es sei „viel zu salzig, quillt im Magen der Vögel auf und verdirbt schnell". Essensreste und Brot gehören ausdrücklich nicht auf den Futterplatz. Ein Grund mehr, Brotreste unterzumischen statt obenauf liegen zu lassen.
Das Salz ist der zweite Grund für kleine Mengen
Brot enthält in Deutschland üblicherweise um die 1,5 Prozent Salz - das ist gewollt, es gehört zum Backen dazu. Für den Komposthaufen heißt das: Wer gelegentlich eine harte Kante hineingibt, bringt eine vernachlässigbare Menge ein. Wer wochenlang das Altbrot einer ganzen Familie dort entsorgt, reichert Salz in der Erde an.
Pflanzen mögen das nicht, und anders als organische Stoffe baut sich Salz nicht ab - es bleibt, bis es ausgewaschen wird. Das ist der eigentliche Grund hinter der Faustregel „kleine Mengen", über die Nager hinaus.
Reste von belegten Broten kommen unter anderem ebenfalls aus diesem Grund gar nicht erst in Frage, wie fast alle verarbeiteten Lebensmittel. Wurst- und Käsebrote, Marmeladenschnittchen und was sonst beim Frühstück oder beim Abendessen übrig geblieben ist, hat nichts auf dem Kompost verloren.
So kann altes Brot sicher kompostiert werden
Brot am besten zermahlen, also zu Semmelbröseln verarbeiten. Die lassen sich recht lange lagern und in der Küche bei der Zubereitung von Speisen verwenden. Hat man davon bereits zu viel oder möchte man diese Brotreste unbedingt entsorgen, können die Brösel ohne Weiteres über den Komposthaufen verstreut werden.
Kleinere Brot- oder Brötchenstücke besser mit anderen Materialien wie Grasschnitt, Kaffeesatz, Laub oder Gemüseschalen mischen und im Komposter unterheben. Das verhindert (ein wenig), dass Schädlinge direkt an die Leckerbissen gelangen.

Weich harte Brotkanten kurz in Wasser ein, bevor du sie zerbröselst und mindestens eine Handbreit tief in den Haufen mischst. Trockene Brocken liegen bei uns monatelang wie Steine herum, aufgeweichte Krume ist dagegen in ein paar Tagen weg - und was schnell weg ist, riecht auch keine Maus mehr.
Schimmelbildung durch Brot im Kompost
Das Brot beziehungsweise die Brotreste werden in kürzester Zeit Schimmel ansetzen. Dieser Schimmel stammt aus Sporen, die ohnehin überall in der Luft und im Kompost vorhanden sind, und er gehört zur Zersetzung dazu.
Für die Zusammensetzung des Komposthaufens ist er völlig unbedenklich. Nach einiger Zeit ist er von selbst wieder verschwunden, weil das Brot dann schlicht abgebaut ist.
Fazit
Übrig gebliebenes Brot am besten in der Küche verarbeiten. Es erneut aufbacken, zu Semmelbröseln verarbeiten oder zum Abendessen überbacken sind sicher nur einige der möglichen Anregungen, um hart gewordenes Brot oder Brötchen nicht wegwerfen zu müssen.
In kleinen Mengen sind Brotreste auch auf dem eigenen Kompost unproblematisch. Ansonsten in die Biotonne damit. In der industriellen Kompostierung des regionalen Entsorgers wird es vollständig verarbeitet, und man holt sich auf diesem Weg keine Ratten und Mäuse auf den Komposthaufen.
Häufige Fragen
Wie viel Brot verträgt ein Komposthaufen?
Ein Maß in Gramm hilft wenig, ein einfacher Test dagegen schon: Wenn du die Brotreste beim nächsten Umsetzen nicht mehr wiederfindest, war die Menge richtig. Stößt du dabei auf Brocken, die noch als Brot erkennbar sind, war es zu viel auf einmal oder zu grob zerkleinert. Wer regelmäßig ganze Brote übrig hat, ist mit der Biotonne besser bedient.
Darf Brot auf den Kompost, das schon schimmelt?
Ja. Der Schimmelpilz ist ein Zersetzer und macht im Kompost genau das, wofür er dort gebraucht wird. Gefährlich wird Schimmel beim Verfüttern und beim Einatmen größerer Sporenmengen, nicht im Haufen. Wer eine Staubwolke vermeiden will, befeuchtet die Reste vor dem Einmischen. Dasselbe gilt für schimmeliges Obst und Gemüse.
Gilt das auch für Kuchen, Hefezopf und süßes Gebäck?
Nein, da ist die Grenze enger. Fett, Zucker und Milchbestandteile locken Nager stärker an als trockenes Brot und bauen sich schlechter ab. Ein paar Krümel sind unkritisch, ein halbes Blech Kuchen gehört in die Biotonne. Das gilt genauso für Brot mit Belag, egal wie klein es geschnitten ist.
Ändert ein geschlossener Komposter mit Mäusegitter etwas daran?
Er hilft gegen das Reinkommen, nicht gegen das Anlocken. Ein Gitter am Boden hält Mäuse und Ratten draußen, der Geruch zieht sie trotzdem an den Behälter und an die Entnahmeklappe. Die Regel bleibt deshalb dieselbe: zerkleinern, untermischen, wenig auf einmal. Wie so ein Behälter aufgebaut ist, steht bei den Kompostern.
Kann Brot in den Bokashi-Eimer statt auf den Kompost?
Ja, und dort ist es sogar besser aufgehoben. Im Bokashi-Eimer wird nicht kompostiert, sondern unter Luftabschluss fermentiert. Deshalb verarbeitet er auch Gekochtes, Fleisch und Milchreste, an denen ein offener Haufen scheitert. Das fermentierte Material wird anschließend vergraben, nicht offen aufgeschüttet. Mehr dazu auf der Seite zum Bokashi.