Dürfen Melonenschalen auf den Kompost?

Ja, Melonenschalen dürfen auf den Kompost, und im Hochsommer sind sie dort sogar besonders willkommen. Sie bestehen fast nur aus Wasser und kommen genau dann an, wenn dem Haufen die Feuchtigkeit ausgeht. Zwei Dinge sind zu beachten: klein schneiden und abdecken.
Warum die Melone im Sommer ein Glücksfall ist
Ein Komposthaufen hat im Juli und August sein größtes Problem, und das ist Trockenheit. Ohne Feuchtigkeit stellen die Mikroorganismen die Arbeit ein, der Haufen wird staubig, und dann ziehen Ameisen ein - deren Nest ist immer ein Zeichen dafür, dass es zu trocken ist.
Genau in diese Zeit fällt die Melonenschale. Eine halbe Wassermelone bringt gut ein Kilo Wasser mit, gebunden in Material, das langsam abgibt statt sofort zu verdunsten. Das ist besser als Gießen: Wasser aus der Kanne läuft durch, die Schale hält es dort, wo es gebraucht wird.
Bei den Zitrusschalen ist es umgekehrt. Die fallen im Winter an, wenn der Haufen kalt ist und kaum arbeitet - dort ist die Jahreszeit der Haken, hier ist sie der Vorteil.
Klein schneiden, und zwar wirklich
Eine ganze Schalenhälfte liegt wochenlang da, weil die Mikroorganismen nur von außen herankommen. Zwei bis vier Zentimeter sind das richtige Maß, mit einem großen Messer in wenigen Schnitten erledigt.
Der Grund liegt im Aufbau: Das weiche weiße Fleisch direkt unter der Schale ist in Tagen weg, die grüne Außenhaut ist zäh und wachsig und braucht deutlich länger. Zerteilt liegen beide Schichten offen, am Stück arbeitet der Haufen nur an der Außenseite.

Eine halbe Wassermelonenschale ist fast nur Wasser. Schneide sie in Stücke von zwei bis vier Zentimetern, dann sind wir in Tagen durch statt in Wochen. Wirf eine Handvoll Pappe oder Laub dazu, sonst wird es uns unter der vielen Nässe zu klamm.
Abdecken gegen Wespen
Der süße Duft zieht im Sommer Wespen an, und zwar zuverlässig. Das ist kein Schaden für den Kompost, aber unangenehm, wenn der Haufen neben der Terrasse steht.
Die Abhilfe ist einfach: Die Stücke nicht obenauf liegen lassen, sondern mit der Grabegabel unterheben oder eine Schicht Laub, Rasenschnitt oder Grasschnitt darüberziehen. Was die Wespen nicht riechen, suchen sie auch nicht.
Die Kerne keimen nicht durch
Melonenkerne verrotten zügig mit. Was gelegentlich vorkommt, sind einzelne Sämlinge im folgenden Frühjahr - grüne Triebe, die aus der ausgebrachten Erde kommen. Schlimm ist das nicht: Sie lassen sich mit zwei Fingern herausziehen, und eine Melone reift in Deutschland im Beet ohnehin nicht aus.
Was ist mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln?
Melonen kommen meist aus Spanien, Italien oder Nordafrika und werden dort behandelt. Auf der Schale sind geringe Mengen nachweisbar - die Frage ist, ob daraus ein Problem für den Kompost wird.
Die Bundesgütegemeinschaft Kompost hält diese Sorge für „weitgehend unbegründet": Geringste Reste von Pflanzenschutzmitteln werden von Mikroorganismen abgebaut, ebenso die aufgebrachten Wachse. Wer sichergehen will, nimmt Bio-Ware - nötig ist es für den Komposthaufen nicht.
Kompost, Biotonne oder Restmüll?
Für den Hausgebrauch ist die Sache klar: Kompost. Melonenschalen sind schnell, wasserreich und unkompliziert.
Die Biotonne lohnt bei größeren Mengen, etwa nach einem Gartenfest. Ein kleiner Haufen verträgt nicht mehrere Melonen auf einmal, er sackt darunter zu einer nassen Schicht zusammen. Der Restmüll bleibt der letzte Ausweg ohne Biotonne.
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Häufige Fragen
Gibt es einen Unterschied zwischen Wasser- und Honigmelone?
Für den Kompost kaum. Die Wassermelonenschale ist dicker und bringt mehr Wasser mit, die Honigmelone ist süßer und zieht deshalb eher Wespen an. In beiden Fällen entscheidet dasselbe: klein schneiden und mit trockenem Material mischen, damit der Haufen nicht absackt.
Dürfen Melonenschalen in die Wurmkiste?
Ja, und Würmer mögen sie ausgesprochen gern. Wichtig ist nur die Menge: In einer geschlossenen Kiste kann das viele Wasser nicht ablaufen. Also kleine Portionen, und immer etwas Pappe oder Papier dazu, das die Nässe aufnimmt.
Kann ich Melonenschalen auch direkt ins Beet legen?
Als Mulch funktioniert das im Hochsommer gut, sie geben ihre Feuchtigkeit langsam an den Boden ab. Zwei Nachteile hat es: Schnecken finden die weichen Stücke sofort, und in der Sonne schimmeln sie oberflächlich. Unter einer Lage Rasenschnitt ist beides kein Thema.
Was ist mit Zierkürbissen und Kürbisschalen?
Dieselbe Behandlung, nur brauchen sie länger: Kürbisschale ist deutlich fester als Melonenschale. Daumengroße Stücke statt Hälften, dann geht es. Zierkürbisse dürfen ebenfalls drauf, auch wenn sie ungenießbar sind - das betrifft den Menschen, nicht den Haufen.