Was gehört in den Komposter?

Auf den Kompost gehört alles, was roh, pflanzlich und unbehandelt ist: Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Teebeutel, Laub, Grünschnitt, Haare und Kleintierstreu aus Stroh oder Heu. Gekochte Speisen, Fleisch, Fisch und Milchprodukte bleiben draußen, sie locken Ratten und Mäuse an.
Die richtige Mischung macht's: 25+ Dinge, die den Kompost zu einem wertvollen Humus-Produzenten machen
Kompostieren im eigenen Garten hat viele Vorteile: Du reduzierst dein Hausmüllaufkommen, sparst damit bares Geld und produzierst gleichzeitig deinen eigenen, natürlichen Humus.
Was genau in den Komposter darf, bestimmst du beim Eigenkompostieren selbst. Doch nicht alles ist geeignet. Hier findest du eine Übersicht typischer Abfälle, die bedenkenlos in deinen Kompost wandern dürfen.
Küchenabfälle
Nicht alles aus der Küche eignet sich. Gekochte oder gegarte Speisen locken Ungeziefer wie Ratten und Mäuse an. Finger weg davon.
Unverarbeitete, pflanzliche Abfälle hingegen sind meist gut geeignet. Besonders Gemüse- und Obstschalen liefern wertvolle Nährstoffe.
Auch vermeintlich ungeeignete Reste wie Brotkanten oder Eierschalen können verwendet werden, wenn sie gut zerkleinert sind und es bei kleinen Mengen bleibt. Bei Schalen von Zitrusfrüchten oder tropischen Obstsorten wie Bananen und Melonen sollte man auf unbehandelte Ware achten.
- Gemüsereste und Schalen, zum Beispiel von Kartoffeln, Möhren, Kürbis
- Obstgriebse und Schalen, zum Beispiel von Äpfeln und Birnen
- Kaffeefilter und Kaffeesatz
- Teebeutel
- altes Brot und Brötchen, zerkleinert und in Maßen
- unbedruckte Servietten, Küchenpapiere und benutzte Küchentücher
- Eierschalen (siehe Dürfen Eierschalen auf den Kompost?)
- Schalen von Zitrusfrüchten, Bananen, Melonen und anderen Südfrüchten, möglichst nur unbehandelt oder in geringen Mengen
- Obstkerne und Nussschalen
Gartenabfälle
Im Garten fällt vieles an, was gut auf den Kompost passt. Doch auch hier gilt: Je kleiner die Bestandteile, desto schneller zersetzen sie sich.
Kranke Pflanzen sollten nie in den Kompost, da sich Krankheitserreger sonst im ganzen Garten verbreiten können.
Besonders im Herbst lohnt sich das Sammeln von Laub, Strauchschnitt oder alten Pflanzenresten. Diese liefern wertvolles Strukturmaterial für die Durchlüftung des Komposthaufens.
Wer regelmäßig größere Mengen an holzigem Schnittgut zu verarbeiten hat, sollte über die Anschaffung eines Komposthäckslers nachdenken. Das spart Zeit und hilft beim Kompostaufbau.
- nicht samentragende Unkräuter
- Grünschnitt, Laub, Wurzeln
- alte Blumenerde aus Töpfen oder Balkonkästen
- Rasenschnitt, in nicht zu großen Lagen, da er sonst fault und es zu Geruchsbelästigung kommt
- Strauchschnitt, Zweige, Weihnachtsbaum, klein geschnitten
- Tannenzapfen, Kastanien, Nüsse, sie dauern lange, sind aber möglich

Schneid Melonen- und Kürbisschalen vor dem Einfüllen in daumengroße Stücke. An einer ganzen Schalenhälfte arbeiten wir wochenlang nur von innen, zerteilt ist sie in wenigen Tagen weg. Wie herum die Stücke liegen, ist uns egal.
Sonstige Abfälle aus dem Haushalt
Auch einige Materialien aus dem Haushalt eignen sich für den Kompost. Dazu gehören Haare, Tierhaare oder das Einstreu von Kleintieren, solange es aus unbehandeltem Material besteht.
Auch verwelkte Blumen oder abgestorbene Zimmerpflanzen dürfen in den Kompost wandern, vorausgesetzt, sie sind nicht giftig.
- Haare, Tierhaare, Federn
- Kleintierstreu aus Heu, Stroh oder unbehandelten Spänen
- verwelkte Blumen, ungiftige Zimmerpflanzen
Hinweis: Zeitungen oder bedruckte Servietten nur selten verwenden. Wichtig ist, dass keine chemisch belasteten oder hygienisch bedenklichen Stoffe auf den Kompost gelangen.
Auf keinen Fall gehören Fleisch, Fisch oder Gekochtes hinein. Diese Reste gehören in den Restmüll, gut verpackt.
Was alles nicht in den Kompost darf, liest du hier: Was gehört nicht in den Kompost? Inwieweit auch verschimmeltes Obst oder Gemüse unproblematisch ist, habe ich ebenfalls hier auf der Website beschrieben.

Die hier vorgestellten Materialien sind keine vollständige Liste aller kompostierbaren Dinge. Der Komposter verträgt mehr, als die meisten denken, solange es roh, pflanzlich und unbehandelt ist.
Kurz und knapp zusammengefasst
- nur rohe, pflanzliche Küchenabfälle verwenden
- nichts Gekochtes, kein Fleisch, kein Fisch
- Gartenabfälle zerkleinern, kranke Pflanzen aussortieren
- Strukturmaterialien wie Zweige und Laub helfen bei der Belüftung
Häufige Fragen
Muss ich zwischen grünem und braunem Material abwechseln?
Schichten ist nicht nötig, mischen schon. Grünes wie Rasenschnitt und Küchenabfälle bringt Stickstoff, Braunes wie Laub und Zweige bringt Kohlenstoff und Struktur. Wichtig ist, dass beides zusammen im Haufen liegt und nicht in getrennten Lagen.
Kann ich Erde oder fertigen Kompost dazugeben?
Ja, und es lohnt sich beim Neuanlegen. Ein paar Schaufeln Gartenerde oder reifer Kompost bringen die Mikroorganismen gleich mit, die sonst erst einwandern müssen. Das nennt sich Impfen und spart Wochen.
Wie oft muss ich den Kompost umsetzen?
Einmal im Jahr reicht in den meisten Gärten, am besten im Frühjahr. Wer es eilig hat, setzt alle zwei bis drei Monate um - jedes Umschichten bringt Sauerstoff hinein und beschleunigt die Rotte spürbar.
Darf Zitrusschale und Bananenschale wirklich beides drauf?
Ja, beide. Sie verhalten sich nur sehr unterschiedlich: Bananenschalen sind in zwei bis drei Wochen weg, Zitrusschalen brauchen Monate und wollen zerteilt sein.
Was tue ich, wenn der Haufen stinkt?
Faulig riechender Kompost hat zu wenig Luft und zu viel Nasses. Auflockern, trockenes Material wie Laub oder Häcksel untermischen und die nächsten feuchten Küchenabfälle dünner verteilen. Nach wenigen Tagen ist der Geruch weg.