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Was gehört nicht in den Komposter?

Küchenabfälle kompostieren

Nicht in den Komposter gehören alle tierischen und gekochten Speisereste, Fäkalien und Hygieneartikel sowie alles chemisch Behandelte und Mineralische. Die Faustregel: Was Ratten anlockt, was nicht verrottet oder was belastet ist, bleibt draußen. Solche Reste gehören in den Restmüll oder zum Wertstoffhof.

25+ Dinge, die nichts im Kompost verloren haben

Das Kompostieren im Garten hat eine Menge Vorteile. Nur ist vielen Hobbygärtnern nicht immer klar, was sie den Kompostertierchen und den Mikroorganismen in ihrem Komposter zumuten. Stinkende und nicht funktionierende Komposte gibt es eigentlich nicht, wenn man den Haufen vernünftig befüllt und pflegt.

Diese sicher nicht vollständige Liste zählt Dinge auf, die definitiv nichts im Kompost zu suchen haben, aber immer wieder darin landen. Die Frage Was gehört in den Komposter? habe ich in einem anderen Beitrag hier im Kompostergarten bereits beantwortet.

Essen und Speisereste

Vieles davon verrottet in der Natur natürlich. Doch auf einem Komposthaufen führen diese Dinge zu Geruchsbelästigung und Madenbildung, außerdem locken sie Ratten, Mäuse und andere ungebetene Gäste an.

Wenn beim Grillen mal ein Würstchen herunterfällt und schnell im Komposter verschwindet, ist das unkritisch. Es kommt auf die Menge an.

Gerade gekochte oder gegarte Speisereste wie Nudeln, Reis und Kartoffeln wirken auf Nager sehr anziehend. Gut untergemischt und in einem wirklich geschlossenen System ist das weniger kritisch, ideal ist es trotzdem nicht.

Eierschalen stehen bewusst nicht auf dieser Liste: Sie dürfen auf den Kompost und liefern Kalk. Warum das so ist, steht unter Dürfen Eierschalen auf den Kompost?

Gartenabfälle

Ringos Tipp

Das Fatale an Fleisch und Käse ist nicht der Geruch, sondern was danach kommt: Ratten graben den halben Haufen um und fressen unterwegs auch uns. Wenn dir doch mal etwas hineingerutscht ist, hol es lieber am selben Tag wieder heraus, statt es nur tiefer zu schaufeln.

Menschliche und tierische Abfälle

Chemisch verunreinigte Stoffe und Baustoffe

Wohin stattdessen?

Abfall Richtiger Weg
Fleisch, Fisch, Wurst, Käse Restmüll, gut verpackt
Gekochte Speisereste Je nach Kommune Biotonne, sonst Restmüll
Kranke Pflanzen, samende Unkräuter Biotonne oder Grüngut-Sammelstelle
Behandeltes Holz, Bauschutt, Asche Wertstoff- oder Bauhof
Medikamente Apotheke oder Schadstoffsammlung
Zeitungen, Zeitschriften Altpapier

Zwei Fälle, bei denen es auf die Herkunft ankommt

Bei zwei Einträgen dieser Liste wird oft zu pauschal verboten, und die Bundesgütegemeinschaft Kompost unterscheidet hier ausdrücklich.

Asche. Ungeeignet ist Asche von Kohle und Briketts - also das, was aus dem üblichen Grill kommt. Asche von naturbelassenem Holz steht dagegen in der Liste der geeigneten Stoffe, in kleinen Mengen. Wer einen Holzofen oder eine Feuerschale mit unbehandeltem Holz betreibt, darf die Asche also aufstreuen; sie bringt Kalk und Kalium mit. Behandeltes, lackiertes oder verleimtes Holz ist davon ausgenommen.

Papier. Auch hier steht nicht „Papier" auf der Verbotsliste, sondern „Zeitschriften, beschichtetes Papier". Schlichtes Zeitungspapier in kleinen Mengen ist geeignet - eine dünne Lage, in die feuchte Küchenabfälle eingeschlagen sind, rottet problemlos. Größere Mengen Karton oder Altpapier dagegen nur sparsam, und der Grund ist nicht die Temperatur, sondern der Stickstoff: Wellpappe liegt mit einem Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 563:1 bei Holz und nicht bei Laub, und zu viel davon bringt die Rotte zum Stocken. Mehr dazu unter Pappe kompostieren und, für die Tonne, unter Darf Zeitungspapier in die Biotonne?

Ansonsten gilt: Diese Liste ist nicht vollständig, sie deckt aber die Fälle ab, die am häufigsten vorkommen. Im Zweifel lieber weglassen, als den ganzen Haufen verderben.

Häufige Fragen

Was tun, wenn schon etwas Falsches im Kompost gelandet ist?

Das hängt davon ab, was es war. Fleisch, Käse und Gekochtes holt man am besten noch am selben Tag wieder heraus, bevor Ratten es finden. Plastik, Glas und Metall sammelt man beim nächsten Umsetzen ab oder spätestens beim Sieben. Bei chemisch belastetem Material, behandeltem Holz, Katzenstreu, Asche mit Grillanzünder, ist der Haufen für die Anzucht verloren, als Mulch unter Sträuchern taugt er noch.

Warum darf Asche nicht auf den Kompost?

Holzasche aus unbehandeltem Holz ist nicht giftig, aber stark alkalisch, und sie reichert Schwermetalle an, die der Baum über Jahrzehnte aus dem Boden geholt hat. Im Kompost verschiebt sie den pH-Wert und bindet Stickstoff. Kohle- und Brikettasche sowie alles aus dem Grill mit Anzünder gehören ohnehin in den Restmüll.

Gehört Katzenstreu wirklich nie in den Kompost?

Mineralisches Streu nie, es verrottet nicht. Pflanzliches Streu wäre theoretisch kompostierbar, das Problem ist der Inhalt: Katzenkot kann Toxoplasmose-Erreger enthalten, die eine Hobbyrotte nicht zuverlässig abtötet. Auf einem Kompost, aus dem später Gemüsebeete versorgt werden, hat beides nichts zu suchen.

Sind Staubsaugerbeutel und Kehrgut kompostierbar?

Nein. Hausstaub besteht zu einem erheblichen Teil aus Textilfasern, Haaren und Abrieb von Kunststoffen, dazu kommt der Beutel selbst. Was davon verrottet, ist wenig, was zurückbleibt, ist Mikroplastik. Kehrgut von der Straße bringt zusätzlich Reifenabrieb und Streusalz mit.

Und gekochte Kartoffeln oder Nudeln in kleinen Mengen?

Auch die besser nicht. Nicht weil sie schlecht verrotten, im Gegenteil, sie sind schnell weg, sondern weil Stärke und Salz Nager anziehen und der nasse Klumpen faulig wird. Für Gekochtes ist die Biotonne der richtige Weg, oder ein Bokashi-Eimer, der genau dafür gemacht ist.