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Kartoffelschalen kompostieren

Rohe Kartoffelschalen fallen aus einer Holzschüssel auf einen offenen Komposter
Roh dürfen sie. Was hier noch fehlt: untermischen, sonst treiben die Augen im Haufen aus.

Rohe Kartoffelschalen dürfen auf den Kompost. Sie verrotten zügig und bringen Kalium mit. Zwei Dinge musst du beachten: Sie treiben aus, wenn du sie einfach obenauf legst, und bei Krautfäule gehören sie nicht auf den Haufen, sondern in die Biotonne.

Das Problem sind die Augen, nicht die Schale

Eine Kartoffelschale ist nicht nur Abfall, sie ist ein vermehrungsfähiges Pflanzenteil. An jedem Auge sitzt eine Knospe, und die wartet nur auf Feuchtigkeit und Dunkelheit, beides bietet ein Komposthaufen im Übermaß.

Das Ergebnis kennt jeder, der schon einmal einen Haufen geöffnet hat: bleiche, fingerlange Triebe, die sich durch das Material schieben. Schaden richten sie keinen an, aber sie ziehen Nährstoffe aus dem Rottegut und bilden am Ende kleine Knollen, die du beim Sieben alle wieder herausfischst.

  • Untermischen statt auflegen. Eine Schale, die zwischen anderem Material liegt, treibt kaum aus.
  • Dicke Schalen zerkleinern. Wo das Auge durchtrennt ist, passiert nichts mehr.
  • Antrocknen lassen ist die einfachste Variante: einen Tag auf dem Blech, dann auf den Haufen.

Wer die Triebe später doch findet, hat nichts falsch gemacht. Abreißen, zurück auf den Haufen, fertig, sie verrotten wie jedes andere Grünzeug.

Krautfäule ist der echte Ausschlussgrund

Hier hört die Entwarnung auf. Kartoffeln und Tomaten teilen sich denselben Erreger, Phytophthora infestans, und der überdauert an befallenem Material. Ein Hausgartenkompost wird nicht heiß genug, um ihn zuverlässig zu erledigen.

Die Bundesgütegemeinschaft Kompost ist bei kranken Pflanzen grundsätzlich deutlich: Sie sollten im Hausgarten möglichst nicht kompostiert werden, weil Pilze und ihre Sporen dort nicht hinreichend zerstört werden. Für Kartoffeln mit braunen, faulenden Stellen gilt das genauso wie für das Kraut.

Nicht auf den Kompost gehören deshalb: Schalen von Knollen mit braunen Faulstellen, das Kartoffelkraut nach einem Befallsjahr und alles aus einem Beet, in dem die Fäule aufgetreten ist. Das Material gehört in die Biotonne, die industrielle Behandlung erreicht die Temperaturen, die der Haufen nicht schafft. Ausführlich steht das unter kranke Pflanzen kompostieren.

Grüne Schalen: harmlos für den Haufen

Grüne Stellen an der Kartoffel bedeuten Solanin, und das ist für Menschen der Grund, sie großzügig wegzuschneiden. Für den Kompost ist es keiner.

Solanin ist ein Alkaloid, das von Bodenmikroorganismen abgebaut wird. Es reichert sich nicht an und geht nicht in den fertigen Kompost über. Die abgeschnittenen grünen Teile dürfen also auf den Haufen, auch wenn sie in der Küche nichts zu suchen haben. Dasselbe gilt für ausgekeimte Kartoffeln, solange sie nicht faulen.

Gekochte Kartoffeln sind etwas anderes

Bei rohen Schalen geht es um Keimung, bei gekochten um Ratten. Gegarte Stärke ist für Nager hochattraktiv, und sie findet sich im Haufen schneller als jedes andere Küchenmaterial.

Salzkartoffeln, Bratkartoffeln, Kartoffelbrei und Pommes gehören deshalb nicht auf den offenen Haufen. Warum das so ist und was in einem geschlossenen Behälter möglich wäre, steht unter was nicht in den Komposter gehört.

Ringos Tipp

Schalen sind nass und schwer, genau wie Rasenschnitt. Zwei Hände voll auf einmal ergeben eine Schicht, unter die keine Luft mehr kommt, und dann riecht es bei uns unten sauer. Misch trockenes Zeug darunter, zerknülltes Zeitungspapier reicht schon, und wir kommen gut damit zurecht.

Was sie mitbringen

Kartoffelschalen sind kaliumreich, und Kalium ist der Nährstoff, den Tomaten, Rosen und Beerensträucher am stärksten nachfragen. Das macht sie zu einem guten Bestandteil, nicht nur zu geduldetem Abfall.

Wie bei Bananenschalen gilt allerdings die Einschränkung: Die Nährstoffe stehen erst zur Verfügung, wenn die Schale zersetzt ist. Eine Schale ins Pflanzloch zu legen bringt kurzfristig nichts, über den Kompost bringt sie etwas.

Häufige Fragen

Muss ich Kartoffelschalen von Bio-Kartoffeln anders behandeln?

Nein. Für die Rotte spielt die Anbauweise keine Rolle, und auch bei konventioneller Ware bauen die Mikroorganismen Rückstände ab. Der Unterschied liegt beim Keimhemmungsmittel: Behandelte Kartoffeln treiben im Haufen seltener aus, was hier sogar praktisch ist.

Was ist mit Schalen aus dem Kartoffelschäler?

Die sind das beste Material von allen. Sie sind dünn, haben kaum vollständige Augen und verrotten in Wochen statt Monaten. Wer von Hand mit dem Messer schält, produziert dickere Schalen und sollte sie eher zerkleinern.

Wie lange dauert es, bis Kartoffelschalen verschwunden sind?

Untergemischt und feucht etwa vier bis acht Wochen, obenaufliegend und trocken deutlich länger. Findest du beim Sieben noch ganze Schalen, lagen sie zu trocken.

Darf ich die Schalen direkt ins Beet geben statt auf den Kompost?

Möglich, aber unpraktisch: Im Beet keimen sie zuverlässiger als im Haufen, und als Dünger wirken sie erst nach der Zersetzung. Wer sie direkt verwerten will, arbeitet sie flach ein und rechnet damit, im Frühjahr Kartoffelpflanzen zu jäten.

Kann ich das Kartoffelkraut mitkompostieren?

Nur aus einem Jahr ohne Krautfäule. Gesundes Kraut ist gutes Grünmaterial und bringt Struktur mit. Sobald braune Flecken aufgetreten sind, gehört der ganze Bestand in die Biotonne, nicht nur die befallenen Blätter.