Mähroboter einwintern
Ein Mähroboter übersteht den Winter, wenn drei Dinge stimmen: Er ist sauber, der Akku steht richtig im Futter, und beides lagert frostfrei. Der häufigste Grund für ein totes Gerät im Frühjahr ist kein Frostschaden, sondern ein tiefentladener Akku. Der Rest ist eine halbe Stunde Arbeit.
Wann, und woran du es merkst
Nicht nach dem Kalender, sondern nach dem Gras. Solange der Rasen wächst, darf der Roboter fahren – und er wächst, solange der Boden über etwa fünf Grad hat. Das ist je nach Lage irgendwo zwischen Ende Oktober und Anfang Dezember, in einem milden Jahr auch später.
Das letzte Mal mähen und dann einräumen ist der eine Fehler. Der andere ist, ihn bei Dauerregen und Laub weiterfahren zu lassen: Nasses Laub verstopft das Mähdeck, und der Roboter verteilt es, statt es zu häckseln. Fünf Grad ist die Marke, ab der beides aufhört zu funktionieren.
Die fünf Handgriffe
- Reinigen, und zwar mit Bürste und feuchtem Tuch. Das Mähdeck von unten, die Räder, die Sensorfenster.
- Messer prüfen. Stumpf oder eingerissen heißt tauschen – das kostet wenige Euro und spart im Frühjahr einen ausgefransten Rasen.
- Akku laden, siehe unten, da sind sich die Hersteller nicht einig.
- Ladestation abbauen und mit hineinnehmen, samt Netzteil.
- Frostfrei einlagern, trocken und nicht in der ungeheizten Garage.
Husqvarna nennt für das Gerät einen trockenen, beheizten Raum mit 10 bis 15 Grad und für den Akku eine Spanne von 5 bis 25 Grad. Ein Keller reicht also, ein Gartenhaus nicht.
Beim Ladezustand widersprechen sich die Hersteller
Das ist der einzige Punkt, an dem die Anleitungen auseinandergehen, und es lohnt sich, ihn zu kennen.
| Hersteller | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Husqvarna | voll aufladen, mindestens 50 % | Sicherheitsabstand zur Tiefentladung |
| Gardena | 75 bis 90 % | volle Ladung schadet Lithium-Ionen ebenso wie die leere |
Beide haben recht, sie gewichten nur anders. Gardena optimiert die Lebensdauer der Zellen, Husqvarna sichert gegen den Bedienfehler ab – denn ein Akku, der bei 50 Prozent eingelagert wird und dann vergessen wird, ist im März leer, und leer ist der Zustand, aus dem ein Lithium-Ionen-Akku nicht zurückkommt.
Wer im Zweifel ist, lädt auf etwa 80 Prozent und sieht im Januar einmal nach. Damit erfüllst du beide Empfehlungen. Husqvarna merkt an, dass moderne Geräte während der Lagerung gar nicht nachgeladen werden müssen, ältere dagegen alle drei Monate – das steht in der Anleitung deines Modells und nirgends sonst.
Kein Hochdruckreiniger
Der Strahl drückt Wasser durch Dichtungen, hinter die es sonst nicht kommt, und trifft bei den kabellosen Geräten genau die Teile, an denen die ganze Navigation hängt: Kameralinsen, LiDAR-Fenster, Regensensor. Eine zerkratzte oder beschlagene Linse macht aus einem Gerät für 600 Euro eines, das im Frühjahr nicht mehr weiß, wo der Rasen ist.
Bürste, lauwarmes Wasser, Tuch. Bei festgebackenem Schnittgut unter dem Mähdeck hilft Einweichen, nicht Druck.
Was mit der Karte passiert
Bei Geräten ohne Begrenzungskabel liegt die Gartenkarte in der App beziehungsweise beim Hersteller, nicht im Roboter allein. Sie überlebt den Winter, auch wenn das Gerät ausgeschaltet im Keller steht. Neu kartieren musst du nur, wenn sich im Garten etwas verändert hat – ein neues Beet, ein gefällter Baum, eine versetzte Ladestation.
Die Ladestation gehört im Frühjahr an genau dieselbe Stelle zurück. Bei RTK-Geräten ist ihre Position der Nullpunkt der Karte; verschiebst du sie um einen Meter, verschiebt sich die ganze Fläche mit.
Der letzte Schnitt gehört auf den Kompost
Solange der Roboter fährt, mulcht er, und das Schnittgut bleibt liegen – richtig so. Beim letzten Durchgang lohnt es sich, anders zu denken: Was jetzt noch anfällt, verrottet auf dem Rasen kaum noch, weil die Bodentemperatur nicht mehr reicht.
Der Randstreifen, den fast jeder Roboter bauartbedingt stehen lässt, ist dabei der eigentliche Gewinn. Von Hand abgenommen ergibt er im Herbst eine ordentliche Menge Grünmaterial, und das ist genau das, was dem Haufen im Winter fehlt. Wie Rasenschnitt richtig auf den Kompost kommt, steht auf einer eigenen Seite – kurz gesagt: nie in dicker Lage, immer im Wechsel mit Laub.

Räum den Roboter ein, aber nicht die Ecke, die er nie erwischt hat. Lass dort das Gras stehen, bis es im Frühjahr weitergeht. Unter so einem Büschel überwintern Insekten, und wenn du es im März abnimmst, wanderst du damit direkt zu uns auf den Haufen. Zwei Fliegen, eine Klappe, und wir kriegen im Frühjahr sofort etwas zu tun.
Im Frühjahr
Ladestation an die alte Stelle, Gerät anschließen, durchladen lassen, Software-Update abwarten. Erst danach die erste Fahrt, und die möglichst bei Tageslicht und trockener Fläche – dann siehst du, ob die Navigation noch stimmt, bevor der Roboter nachts allein unterwegs ist.
Bleibt er stehen oder findet die Station nicht, ist es fast immer eine verschmutzte Linse oder eine verschobene Ladestation. Beides in fünf Minuten geprüft, bevor du den Service anrufst.
Häufige Fragen
Wann genau muss der Mähroboter rein?
Nicht nach Datum, sondern nach Bodentemperatur. Unter etwa fünf Grad wächst kein Gras mehr, damit hat der Roboter nichts zu tun. Je nach Lage ist das Ende Oktober bis Anfang Dezember.
Kann die Ladestation draußen bleiben?
Beide großen Hersteller raten ab und empfehlen, Station und Netzteil mit hereinzunehmen. Merk dir die Stelle genau: Bei Geräten mit RTK ist die Position der Ladestation der Nullpunkt der Gartenkarte.
Geht die Gartenkarte über den Winter verloren?
Nein. Bei Geräten ohne Begrenzungskabel liegt sie in der App beziehungsweise beim Hersteller und überlebt das Ausschalten. Neu kartiert wird nur, wenn sich im Garten etwas geändert hat.
Was mache ich mit dem letzten Rasenschnitt?
Der bleibt nicht mehr liegen, dafür ist der Boden zu kalt. Besonders der Randstreifen, den der Roboter stehen lässt, ist im Herbst wertvolles Grünmaterial. Angetrocknet und im Wechsel mit Laub auf den Haufen, nie in dicker Lage.
Reicht eine ungeheizte Garage oder ein Gartenhaus?
Für das Gerät meistens ja, solange es dort wirklich trocken bleibt und nicht durchfriert. Kritisch ist der Akku: Der gehört bei Frostgefahr heraus und ins Haus. Viele Modelle lassen ihn entnehmen; wo das nicht geht, muss der ganze Roboter mit. Eine feuchte Garage ist schlechter als ein kühler Keller.